Denken bitte, nicht blind wüten..
Es ist schon seltsam, dieses Verbot von Social Media, das hier jetzt so unbedacht umgesetzt werden soll, als Heilsversprechen zu denken, in einer Welt, die täglich komplexer wird, in der die Möglichkeiten für junge Leute gleichzeitig immer geringer werden, Bildung massiv vererbt wird, man sich mit fleißiger Hände Arbeit kein Eigentum mehr erwirtschaften kann in einem Menschenleben, diejenigen die was erben von vornherein gewonnen haben, man gegen die sich anbahnende Klimakatastrophe nichts unternommen hat seit Jahrzehnten, Egomanen Kriege beginnen, faschistische Leute unter dem Deckmantel von Religion Frauen und Kinder unterdrücken, wir eine Pandemie hinter uns haben, die ihren Ursprung im respektlosen Umgang der Menschheit mit der Natur hat, was bedeutet, dass es nicht die letzte Pandemie und bestimmt nicht die schlimmste gewesen sein wird und dann treffen wir auf junge Menschen, die ihr Wissen und ihre sozialen Fähigkeiten aus dem Netz holen, die nicht mehr saufen gehen, so schlimm, dass Wein notdestilliert werden muss, junge Menschen, die lieber Nein sagen, als folgsame Schafe zu werden, weil sie sehen, dass ihre Eltern und Großeltern und wer auch immer davor als folgsame Schäfchen die Welt in diesen Zustand gebracht haben und wir verbieten ihnen jetzt Social Media? Anstatt Ihnen Medien zu bauen, die nichts kosten, nichts verkaufen wollen, die sie selbst gestalten können, wenn sie möchten, die sie vernetzen und befreien?
Die beschließen, sie zu beschränken, weil sie einen Horizont einer Milchkuh haben, die im Stall steht statt auf der Alm?
Ich weiß es nicht. Ein Beispiel aus meinem weiteren Umfeld. Ein Typ mit vier Kindern, der in einer narzissitischen Triangulations-Situation groß geworden ist, mehr oder weniger schlimm, aber für das Umfeld eindeutig identifizierbar. Er hat das nie geblickt, obwohl von außen viele Versuche da waren, ihm das zu vermitteln. Als goldenes Kind war ihm der Benefit zu groß, wie das oft der Fall ist. Jetzt hat der vier Kinder und was macht er? Eines der Kinder ist der scapegoat. Das ist von außen so tragisch zu beobachten, dass es weh tut und ich den Kontakt völlig abgebrochen habe. Aber dieser Mann verbietet dem Sündenbock-Kind digitale Medien und hält sich deswegen für einen vorbildlichen Vater. Hat er oft betont. Das Kind leidet, und mehr muss man gar nicht mehr sagen dazu.
Ich denke, im Großen ist das Problem ähnlich. Sie haben keine Empathie für die jungen Leute, sehen nur, dass die respektloser sind als sie selbst glauben gewesen zu sein, weil sie halt in ihr Handy schauen anstatt die angezündete Welt weiter anzufachen. Sie sind süchtig, weil wir ihnen keine Möglichkeiten der Vernetzung erlauben, die über die Interessen der Großkonzerne hinausgeht. Nicht weil sie süchtig nach dem Medium sind, weil es das einzige ist, das es gibt. Ich finde das so lächerlich und mein Kind wird weiter YouTube schauen, dafür gehe ich sogar ins Gefängnis. Meinem Vater haben sie, da war er knapp zehn denke ich, sein geliebtes mehrbändiges Lexikon weggenommen und VERBRANNT weil nackte Menschen drinnen waren, anatomische Modelle zum ausklappen. Gut, mein Vater ist ein Savant wie O und ich auch, wir saugen Wissen in uns auf, für uns kann es nie genug Hintergrundwissen geben, O ist ein visueller Mensch wie mein Vater, ich mehr ein Akustischer, für meinen Vater waren die zig Bände eine ganze Welt, wie für O das Internet ist. Nicht jeder ist so, das ist mir klar, und deswegen muss es noch klarer werden, dass wir hier den Messanger erschiessen, nicht die Message.
Denkt nochmal nach, das ist ein Schuss ins Knie! Echt jetzt.