Dnken
Heute war ein interessanter Tag, weil ich mir gestern ‚Als du mich sahst‘ angeschaut habe bis nach Mitternacht und dann unbedingt noch eine halbe Stunde wie am Spieß weinen musste, habe ich heute verschlafen. Um halb neun bin ich aufgewacht, habe in der Arbeit angerufen, dass ich es erst um halb zehn schaffe, dort zu sein, bin in die Dusche, hab einen Espresso aufgestellt und bin um 8:45h los, drei nach neun war ich dort. Sportlich, und weniger stressig, als es klingt, manchmal glaub ich, meine geheime Superkraft war es, die Zeit verlangsamen zu können, und weil ich es jetzt erzählt habe, ist das wohl richtig, dass ich es in der Vergangenheitsform erzählt habe. Da bin ich schon ein bisserl abergläubisch, ob ich nicht besser gar nix erzählen sollte, von den guten Momenten in meinem Leben, aber dann denk ich mir, Aberglaube ist eines der dümmsten Dinge auf der Welt, bringt im Großen und Ganzen nur Unheil, insofern, bye bye evil eye, ich glaube lieber aus tiefstem Herzen, fühlt sich besser an.
In der Arbeit dann hab ich am Vormittag durch viele Ablenkungen nicht richtig was weiter gebracht, ab Mittag aber im Zeitraffer vier wichtige Sachen, dazwischen Organisatorisches und Dings.
Um fünf bin ich von dort weg, war ziemlich schlecht gelaunt zu diesem Zeitpunkt, wegen diverser Diskussionen, ich mag es nicht, wenn man mich von der eigenen Warte aus behandelt, das nervt immer am meisten. Ich weiß, meine Art zu denken ist gewöhnungsbedürftig, mir zu folgen oft ziemlich schwer, aber wer es versucht, hat oft echt einen Mehrwert davon, einer unserer Mitarbeiter ist momentan fast jeden Tag bass erstaunt, wie logisch ich Probleme löse, die ihm einfach nicht klar waren, dass es eine Freude ist, seinen Synapsen beim Wachsen zuzusehen. Es gibt Leute, die glauben, sie wüssten alles, für die es ein Affront ist, wem gegenüber zu stehen, der gescheiter ist, als sie. Durch diese Ego-Problematik nehmen sie sich nur leider die Möglichkeit, selbst ein höheres Niveau zu erreichen, weil sie nicht zuhören können. Das Ego blockiert diese Rezeptoren, an denen diese Art zu denken andocken könnte, man kann ja Menschen durchaus mit rationaler Gescheitheit infizieren, ich konnte auch nicht von klein auf so lösungsorientiert an Probleme herangehen, habe mir das erarbeitet, und es ist vielleicht wie wenn man ein Konstruktionsprogamm lernt, der Aufbau, einmal geblickt, ist dann in weiterer Folge Schema F. Also ja, ich bin schlau geboren, aber ich habe auch viel daran gearbeitet, das nicht zu verlieren und weiter auszubauen. Der Mitarbeiter war zu Beginn auch eher so auf anti, weil er Mann, ich Frau, das sitzt bei fast allen tief drinnen, aber ich hab ihn vor einiger Zeit überzeugt, unabsichtlich, dass ich was drauf habe, und seither macht er Sprünge geistig. Das ist sehr schön, es gilt ja das Motto: Das Ziel ist, dass der Mitarbeiter einmal besser ist, als ich.
Naja, um fünf bin ich los, und dann hab ich gecheckt, wo mein Kind ist. Weil ich ihn tracken kann, was er weiß und gut findet. Ich sah ihn in einem Einkaufsladen in der Nähe des kleinen Schneiderei-Geschäftes, wo ich heute die letzte Möglichkeit hatte, etwas Wichtiges abzuholen, da der liebe Schneider morgen für 4 Wochen nach Hause in die Türkei fahren wird. Ich hatte meine Acidophilus-Milch und meinen Traubensaft in der Arbeit vergessen, eine herrliche Mischung finde ich, und so packte ich die Gelegenheit beim Schopf und betrat den Einkaufsladen, und tatsächlich, ich sah den Ex und den Sohn bei der Kassa stehen. Jumpscarete den Ex, O freute sich sehr, wir plauderten kurz und ich holte meine Getränke. Beim Bankomaten traf ich sie wieder, sie hatten sich Zeit gelassen, und wir gingen gemeinsam Richtung Schneider. Alle drei mit Pods in den Ohren, was O grinsend bemerkte, alle drei hatten wir sie auf aus. Der Ex schleppte eine Palette Bier für den Urlaub, O zog den Trolley hinter sich her. Wir plauderten. Der Ex war bemüht, sich nicht anmerken zu lassen, wie schwer die Palette wog, und heiß war es, da hatte ich die Idee den Sack de Trolleys zehn Zentimeter zu heben, die Palette drunter zu stellen auf das Gestell, den Sack abzusenken, draufzustellen und wieder zu fixieren. Innerhalb von zehn Sekunden war die Schlepperei beendet, und gemeinsam zogen die beiden die Einkäufe den Berg hinauf. Diese Art zu denken meine ich. Simpel und effektiv.
Daheim dann hab ich die Waschküche frequentiert, die gesamte Wohnung geputzt, für das Kind die Sachen gepackt und an T gedacht, schmachtenderweise. Ich habe seine Nummer gelöscht, naja.
Jetzt hatte ich Gusta auf Dinkel Crunchy, bin wieder über das Hängemattengestell gestolpert, hab ja J gedacht und gleich eine Solarlichterkette bestellt, die ich um das schwarze Gestänge herumwickeln werde, sonst dastesse ich mich demnächst an dem Trumm.
Jetzt chille ich in der Hängematte, morgen kommt Besuch, wenn es wahr ist, ich koche eine alte, von mir erfundene Suppe, die ich einfach vergessen hatte im Nebel der Ereignisse, die Freundin von damals aber mitgenommen hatte am Weg und immer wieder gekocht, mich daran erinnert und weil sie morgen kommt mit einer anderen Freundin, koche ich die Suppe. Ich freu mich sehr. Heut werde ich nicht mehr bis spät einen Film schauen, wobei ich das Gefühl habe, meine Tv-Abstinenz ist irgendwie vorbei, ich hab Lust auf Movies... ich arbeite morgen, da ist genug zu tun und ich freu mich. Dass es nicht regnet macht mich extrem traurig denn ich mache mir massive Sorgen, aber das liegt außerhalb meines Einflussbereiches, darum höre ich die Grillen zirpen und hoffe auf bessere Zeiten, klimatisch.
Salü.