Hi :D
Diese wellenförmigen Gefühle, wie Schmerzen einer noch unbekannten Krankheit, was ich gar nicht schreiben möchte um sie nicht herbeizurufen, aber eh, die Schmerzen im Arm reichen aus - genügen fast, als Vorahnung.
Ich bin müde, das Loslassen kostet Kraft, weil das, was gebunden war seltsamerweise viel Leben, Kreativität und noch mehr Energie aus mir gesaugt hat, während es gleichzeitig Wut, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in mich hinein pumpte, damit mir unter keinen Umständen auffällt, das da wer eine Pipeline in mein Herz gestochen hatte, um sich von mir inhaltlich zu ernähren.
Irgendwann ist man fast leer, der Hohlraum des abgelassenen Kummers tut weh, diese Stelle in der Seele wo all die Erinnerungen sein könnten, die ich in den letzten 30 Jahren nicht habe machen können, die zu einem Leben dazu gehören würden, wenn man es genau nimmt.
Ich zehre von den Momenten der letzten zehn Jahre mit dem einen Seelenverwandten und der letzten - sagen wir 15 Jahre - mit dem Vogelmann, das sind kleine Momente, wenige Ereignisse, viel weniger, als hätten sein können, wenn ich die Pipeline früher unterbrochen hätte, ja mir klar geworden wäre, dass sie seit so vielen Jahrzehnten gelegt ist, ein Wahnsinn, ein absoluter Irrsinn, dass erlebt zu haben und nun dazustehen mit dieser kleinen Menge an Zukunft und Liebe, und so sehr der Drang da ist, das schön zu färben, man hat ja was gelernt, ist weise geworden, sieh Liuea wie toll Du das beschreiben kannst, es nutzt nichts, der Schmerz über den Hohlraum ist da, kann nicht gefüllt werden, da muss ich durch, der Algorithmus kann den nicht füllen, er nährt nur den Kummer über seine Existenz, außer an den Rändern, den Orten wo keiner hingeht und nie mehr kommen wird, diese einsamen Schollen am Ende der Zeiten. Und hier sehe ich dann auch das Licht, auf einmal, warum das Loslassen fast keinem gelingt, denn nach dem Ablass der Substitute und dem Leben mit diesem endlos leeren Körper, der einer Hülle gleich von jedem Körnchen Stress und minimalsten Versuch einer Kontaktaufnahme sofort in Verteidungsstellung geht, damit ja keiner mehr eine Pipeline legen kann, Gott bewahre, gibt es doch plötzlich den Moment, an dem die Hülle crackt, zu trocken, zu leer aufplatzt, die restliche brackige Luft mit einem Seufzen entweicht, der Gestank allen herumstehenden Beobachtern den Atem raubt, sie fast in den Wahnsinn treibt wie der Hauch des Todes um, wie als wäre man nach einer durchzechten Nacht aufgewacht mit Bauchschmerzen und Kopfweh in die Sonne zu blinzeln sich wiederfindet in der Erinnerung eines Menschen, eines Wesens in dessen Blick die Erwiderung einer Gewissheit sich spiegelt, ganz als stünde man zwischen zwei Spiegeln in denen sich endlos endlich wiederholt was man ist, nur statt man selbst ist das ein Anderer, und statt immer kleiner und kleiner sich zu verlieren ist auf einmal diese Stelle des alten Austausches von eigenem Inhalt gegen das negative Substitut zu was namenlosem geworden, das niemand beschreiben kann, denn es liegt jenseits der Worte und Gefühle, der Zeiten und der Angst.